Tour de Suisse

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 1. «Tour de Suisse» zum Thema Industrie 4.0. Weiterbildungstag für Firmenkundenberater und Credit Officers der Raiffeisen-Gruppe.

24.10.2018

Früh morgens startete der Weiterbildungstag «Tour de Suisse» mit rund 30 Teilnehmenden der Raiffeisengruppe unter der Leitung von Matthias Weibel, Geschäftsführer RUZ, begleitet durch die RUZ Begleiter René Brugger und Edi Platter.

Pi2 Process AG, Freienbach
Pietro Pignatiello, Inhaber der Pi2 Process AG, zeigte anhand von Beispielen seines Unternehmens, welche Anforderungen für eine Digitalisierung notwendig sind und welche Schritte für eine erfolgreiche Umsetzung gemacht werden müssen. Als Erfolgsfaktor seiner Firma bezeichnete er die Durchgängigkeit der Prozesse, die allesamt im betriebswirtschaftlichen System abgebildet sind und darüber gesteuert werden. Höhepunkt der anschliessenden Betriebsführung bildete die Vorführung der Metallteileproduktion mit einem neuen, hybriden 3D-Drucker.

Eugen Seitz AG, Wetzikon
Nach einer kurzen Begrüssung und Einführung zeigten Fabian Seitz, CEO, und Thomas Girelli, COO, wie die Digitalisierung in der Eugen Seitz AG umgesetzt wurde und welche Erfolgsfaktoren dazu notwendig waren. Der anschliessende Betriebsrundgang durch die Fertigung und Montage in Wetzikon hat alle beeindruckt: Dank Lean Management und Industrie 4.0 ist Seitz für Ventile auch bei Losgrösse 1 weltweit wettbewerbsfähig. Trotz Komplexität und Produktevielfalt können neue Montagemitarbeiter in weniger als einer Stunde in die Montage eines Ventils eingeführt werden! Ohne Industrie 4.0 wäre dies nicht möglich.

Baumer Electric AG, Frauenfeld
Nach einem Lunchstopp führte die Weiterfahrt schliesslich nach Frauenfeld zur Baumer Gruppe. Zuerst konnte die CNC-Fertigung besichtigt werden, bevor im Schulungszentrum eine kleine Einführung ins Geschäft der Baumer-Gruppe folgte. Anschliessend durften die Teilnehmer einen Rundgang zum Thema «Mensch und Maschine» machen. Die High-Tech-Sensoren von Baumer besitzen ein sehr komplexes «Innenleben» und werden in Fertigungsinseln montiert. Diese Inseln kombinieren Lean-Manufacturing mit einem hohen Grad an Digitalisierung. Auch hier zeigte sich, dass Industrie 4.0 eine fundamentale Rolle für den Erfolg von Unternehmen auf dem Werkplatz Schweiz spielt. Thomas Ehrat, Leiter Sales Unit Schweiz, zeigte wie ein Sensor mit 7'000 Ausführungsvarianten (!) in Losgrösse 1 wirtschaftlich gefertigt werden kann. Bis 2022 sollen zudem alle europäischen Kunden innert drei Tagen nach deren Bestellung beliefert werden.

Die abschliessende Diskussion, zu der auch der CFO der Gruppe, Bruno Severino, hinzu kam, zeigte auf, dass eine erfolgreiche Digitalisierung einer Unternehmung zuallererst im Kopf beginnt und durch das Management getragen werden muss. Daneben spielt die Art der Finanzierung eine grosse Rolle: Alle Firmenvertreter bekräftigten, dass Digitalisierungsprojekte nicht mit normalen Investitionen verglichen werden können. Ein ROI könne in diesen Fällen vielfach nicht wie bei herkömmlichen Investitionen gerechnet werden.

Der spannende Austausch zwischen Firmenkundenberater, Credit Officer, Kunden und den Begleitern des RUZ hat aufgezeigt, dass das Thema sehr aktuell ist und dass Investitionen in die Digitalisierung für den Werkplatz Schweiz essentiell sind.

Das RUZ plant auch im nächsten Jahr eine Tour de Suisse durchzuführen und dabei Unternehmen zu besuchen, die als Beispiel für die Umsetzung aktueller Themen dienen.

P.S. Das RUZ bleibt am Ball beim Thema Industrie 4.0 und gibt am diesjährigen KMU-Tag (26. Oktober 2018) die Kooperation zwischen dem Raiffeisen Unternehmerzentrum und der Swissmem bekannt. Ebenfalls wird das RUZ an der Industrialis in Bern (11.-14. Dezember 2018) mit einem eigenen Stand vertreten sein.