Die Digitalisierung von KMU vorantreiben - mit Know how und Finanzierungslösungen

Die Industrie 4.0 stellt traditionsreiche KMU vor einschneidende Neuerungen: Damit sie ihre komplexen Digitalisierungsvorhaben realisieren können, brauchen sie Know how und Finanzierungsmöglichkeiten. Das Raiffeisen Unternehmerzentrum RUZ vermittelt beides und nimmt die wertvolle Rolle eines Bindeglieds und Vermittlers zwischen Unternehmern und Banken wahr. Wie kann der Unternehmer seine Wettbewerbsfähigkeit dank Industrie 4.0 zusätzlich stärken? Wie können die Banken ihr Verständnis für Industrie 4.0 verbessern, damit sie Projekte dieser Art finanzieren können?

10.04.2018

«Die Digitalisierung der Schweiz darf nicht an fehlender Finanzierung scheitern», fordert Matthias Weibel, Geschäftsführer des Raiffeisen Unternehmerzentrums RUZ. Dieses hat dank seinem engen Kontakt mit KMU die aktuellen Herausforderungen in der Praxis längst erkannt. Das RUZ hat deshalb seine Expertise in ein neues gemeinsames Grundlagenpapier der Branchenverbände Swissmem und der Schweizerischen Bankiervereinigung eingebracht. «Dieser Schulterschluss ist ganz in unserem Sinne», so Matthias Weibel.

Allumfassendes Jahrhundertthema

«Industrie 4.0 ist schon fast ein Jahrhundertthema», fährt Matthias Weibel fort. Schliesslich geht es um die Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft und unseren Wohlstand. «Die Digitalisierung der Industrie bietet enorme Chancen», sagt Matthias Weibel. Diese durchdringt alle Bereiche innerhalb der Unternehmen: Produktentwicklung, Produktion, Kooperationen, Führung, Austausch mit Kunden und Lieferanten. Digitalisierungsprojekte können deshalb die bestehende Organisation von Unternehmen, ihre Prozesse und Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen.

«Das Positionspapier von Swissmem und Bankiervereinigung hält fest, dass es für KMU schwierig ist, ihre Finanzierungsanfragen für Digitalisierungsprojekte gegenüber den Banken gut darzulegen.» Eine Schwierigkeit liegt darin, dass sich Digitalisierungsprojekte oft nicht mit materiellen Werten im klassischen Sinne - wie Liegenschaften oder Sachanlagen - besichern lassen. Vielmehr geht es um Investitionen in neue, komplexe Geschäftsmodelle oder die Vernetzung ganzer Wertschöpfungsketten. Geschieht dies mit teurem Eigenkapital, dann verlieren Banken und KMU. In den europäischen Nachbarländern funktioniert die Finanzierung von Digitalisierungsprojekten in der Industrie mittels Bankkrediten weitaus besser. «Es geht aber nicht darum, Schuldzuweisungen zu machen, sondern herauszufinden, wie man der Digitalisierung in der Industrie zum Erfolg verhelfen kann und am Schluss alle profitieren», erklärt Matthias Weibel.

Den Blick nach vorne richten

«Viele Industrie-KMU weisen nach den vergangenen, schwierigen Jahren negative Betriebsmargen auf», schreibt Swissmem in einer aktuellen Mitteilung - wohl auch mit Blick auf die Aufhebung des EUR-Mindestkurses durch die SNB im Januar 2015. Dazu Matthias Weibel: «Es gilt, alte Denkmuster aufzubrechen und neue Berechnungsmodelle für die Kreditrisiken bei Digitalisierungsprojekten zu entwickeln und anzuwenden. Der Fokus sollte auf dem Verständnis für die Entwicklung der zukünftigen Cash Flows liegen. Die schlichte Interpolation historischer Kennzahlen greift zu kurz.» Umso wichtiger ist es, dass Unternehmer lernen, wie sie den Banken den Erfolg ihrer digitalen Ideen ausreichend und nachvollziehbar aufzeigen können. Dafür braucht es einen offenen Dialog, Weiterbildungen und beidseitig neue Ansätze der Kooperation.

Das Raiffeisen Unternehmerzentrum RUZ sieht sich prädestiniert, einen entscheidenden Beitrag zu leisten, damit die Digitalisierung der Schweizer KMU vorankommt. Mehr noch: «Wir sehen das als Kernaufgabe», so Matthias Weibel. «Mit unserer Verpflichtung gegenüber Unternehmern, unserem Kontaktnetz zu Kreditinstituten und unserem Know-how auf dem Gebiet der Digitalisierung sind wir das Bindeglied an der Schnittstelle zwischen Unternehmer und Banken»